Studio10 Details - Schröter Amplification Point to Point wired Amps Bavaria/Germany

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Studio10 Details

1 - Cool und Hot Eingänge
Über den Cool Eingang klingt eine Gitarre wärmer. Wenn ihr Volume Regler NICHT mit einem Treble Bleed Kondensator ausgestattet ist, wie es bei den meisten traditionellen Herstellern der FAll ist, bleiben hier mehr Höhen beim Zurückregeln erhalten als über den Hot Eingang. Außerdem verhält sich das Volume Poti anders. Es genügt ein kleiner Dreh zurück auf ca. 7 (bei Log Potis) um auf clean zu "schalten". Mit Humbuckern und hoher Gain Einstellung, ändert sich dabei die Lautstärke auch kaum.
3 - T'N'G Links "Clean Abteilung"
Dieser "Kanal" kommt aufgrund seiner relativ moderaten Verstärkung etwas schlanker und leiser als die anderen beiden. Deshalb - Bässe rein und Volume auf!
Für einen möglichst cleanen Sound am Besten so vorgehen: Zunächst so tun, als ob der Studio10 keinen Volume Regler hätte, also diesen voll aufdrehen. (Nur Mut, der Studio10 hat doch nur 10Watt :-) Jetzt entspricht der Gain Regler technisch exakt dem Volume Regler eines Vintage Amps und reagiert auch so.
Die Verzerrung/Gain steigt deshalb gleichzeitig mit der Lautstärke an, weswegen bei (Vintage)Amps auf Grund eines fehlenden (Master)Volumes verzerrte Sounds nur in hohen Lautstärken möglich waren.
Soll's beim Studio10 aber gar nicht soo clean sein, so dass der Gain Regler beim gewünschten Gain/Verzerrung schon zuviel Lautstärke "mitgebracht" hat, mit dem Volume Regler nun einfach die "Lautstärkebremse" anziehen und runter regeln.
Besonders interessant in dieser linken T'N'G Stellung ist das Verhalten des Studio10 bei hohen Gain Einstellungen ab ca. 8-10.
Mit PAF Klasse Tonabnehmern erreicht man bei starkem Anschlag Verzerrungen a la AC/DC, wobei die Zerrstruktur aber eher etwas an Carlton/Ford erinnert. Streichelt man im nächsten Moment die Saiten, ist der Sound annähernd clean und gleichzeitig sehr transparent (Shine evtl. lieber in die Mitte). Clean und Verzerrt gelingt sehr gut nur durch den Anschlag. Man braucht dazu nicht das Volume der Gitarre zurücknehmen! Das i-Tüpfelchen dabei ist, dass die Lautstärke nahezu unverändert bleibt, als wenn man leise Töne mit einem Compressor angehoben hätte. Beispielhaft nuancenreiches und dynamisches Spiel mit Plektrum und Fingern ist hier möglich, wohlgemerkt lautstärkeunabhängig! Das können die meisten Vintage Amps und Einkanaler nur in sehr hoher Lautstärke mit starker Endstufenröhrenverzerrung. (except the Schröter Tone Ranger :-)
5 - Mains / Stby Schalter mit Kontrollleuchte
Technisch gesehen ist die Röhrenheizung quasi eine vom eigentlichen Job der Röhre völlig getrennte Abteilung. Zumindest kann man das so über den Daumen bei den üblichen Röhren für Gitarrenamps betrachten. Sie ist dazu da, die Kathode aufzuheizen, damit sich Elektronen aus ihr lösen, die dann von der Anode unter Hochspannung "angesaugt" werden können. Und das soll die Anode erst können, wenn gelöste Elektronen vorhanden sind und die Röhre damit bereit ist, Strom leiten zu können. Ist das nicht der Fall, können sich abhängig von der Beschaltung der einzelnen Röhrenstufen im Einschaltmoment Extrembelastungen für die Röhren ergeben, was ihre Lebensdauer verkürzt oder sogar zu Totalausfällen führen kann. In Spielpausen wird mit dem Stby Schalter die Hochspannung für alle  Röhren abgeschaltet (bei den meisten Amps - es gibt aber Ausnahmen!), aber nicht die Heizung und damit häufiger Einschaltstress für die Röhren und Netzteilbauteile vermieden, weil im Einschaltmomtent ein sehr hoher Strom fließt. Eine weitere Aufgabe ist z.B., dass die Wartezeit zum  Aufwärmen der Kathoden mit ihm als "Ein-/ Ausschalter" wegfällt.

Beim Ausschalten übrigens ist es zwar so gut wie egal, aber im Zweifelsfall trotzdem besser, zuerst auf Stby zu schalten und dann erst den Netzschalter zu betätigen. Man braucht dazwischen aber nicht zu warten.
7 - Impedanzwähler und Speaker Buchsen
Mit  dem Impedanzwähler wird der Amp an den Ohmwert (Impedanz) der  Speakerbox(en) angepasst. Wird eine 16 Ohm Box angeschlossen, auf  Stellung 16 Ohm bringen, 8 Ohm Box - Stellung 8Ohm, 4 Ohm Box - Stellung  4 Ohm.
Werden 2 Boxen mit dem gleichen Ohmwert angeschlossen, erhält man als Gesamtwert die Hälfte.

2x16 Ohm Boxen = 8 Ohm, also 8 Ohm einstellen.
2x8 Ohm Boxen = 4 Ohm, also 4 Ohm einstellen.
2x4 Ohm Boxen = 2 Ohm, geht nicht!

Was allgemein längst bekannt sein dürfte - dass man  Röhrenamps nie ohne Lautsprecher betreiben darf - trifft auch auf den  Studio10 zu!
Der Effektweg
Sinn und Zweck eines Effektweges
Der einzige Sinn und Zweck eines Einschleifwegs ist, dass man die Röhrenverzerrung des Amps nutzen kann, ohne dabei aber Effekte zu verzerren. Hängt bei verzerrenden Amps z.B. ein Delay zwischen Gitarre und Amp Eingang, werden sich die Echowiederholungen anhören, als ob man die Saiten noch mal angeschlagen hätte.
Der räumliche Effekt des Delays ist dahin und deshalb hört es sich einfach nicht mehr nach einem Echo an.
Ein Einschleifweg aber platziert ein Effektgerät NACH der verzerrenden Vorstufe und VOR der unverzerrt, sauber arbeitenden Endstufe, so dass es nicht verzerrt werden kann.
Um dies zu verdeutlichen:
Spielt man z.B. mit clean eingestellten Amp und erreicht verzerrte Sounds mit einem Verzerrer Pedal, wird man ein Delay unbedingt NACH dem Verzerrer in der Effektkette platzieren. Der Verzerrer entspricht hier nämlich der verzerrenden Vorstufe eines Amps und der ganze clean eingestellte Amp ist die sauber arbeitende Endstufe.

Vintage Amps, Einkanaler und der Effektweg
Da der Sound der meisten Einkanaler darauf basiert, dass ihre Endstufe verzerrt, würde ein Effektgerät in einem Einschleifweg ebenso durch diese verzerrt werden. Verzerrt die Endstufe nicht sehr stark, ginge das noch in Ordnung, allerdings kann man in diesem Fall das Delay dann auch gleich zwischen Gitarre und Amp Eingang hängen. Macht also keinen Sinn, einen Amp dieser Bauart und Arbeitsweise mit einem Effektweg auszustatten, weshalb die meisten Hersteller ja auch darauf verzichten.

Effektweg aktiv/passiv
Immer wieder findet man bei solchen Amps aber trotzdem einen „Einschleifweg“ (jedenfalls eine Send und eine Return Buchse) vor, der oft nur eine mit einer Schaltbuchse realisierte Auftrennung des Signalweges zwischen Vor- und Endstufe ist. Da in diesem Fall aber eine unbedingt nötige Pegelanpassung für Effektgeräte fehlt, wird dieser „Möchtegern“-Einschleifweg weder mit normalen Pedal Effekten, noch mit 19 Zoll Effektgeräten funktionieren! Das Effektgerät wird zum einen mit einem viel zu hohen Send Pegel übersteuert und zum anderen wird das schwache Signal aus dem Effektgerät nicht ausreichen um die Endstufe des Amps genügend aussteuern zu können. Ein dumpfer, verzerrter Sound, begleitet von einem erheblichen Lautstärkeverlust ist das Ergebnis!
Der Effektweg des Studio10 ist selbstverständlich aktiv! Eine Röhrenstufe vermindert den Signal Pegel aus der Vorstufe passend für Effektgeräte auf ca. -10dBV (nur ungefähr, weil er sich stark mit der Gain Einstellung ändert) und eine weitere Röhrenstufe im Returnzweig holt den niedrigen Pegel aus dem Effektgerät wieder auf, für die adäquate Aussteuerung der Endstufe.

Wenn der Effektweg nicht gebraucht wird
Der Effektweg des Studio10 ist wie bei allen Schröter Amplification Modellen so gebaut, dass wenn er nicht gebraucht wird, er für das Signal aus der Vorstufe auch nicht vorhanden ist, weil es nicht durch den Effektweg muss, sondern an ihm vorbei, auf direktem Weg zur Endstufe gelangt. Ein Vintage Amp liker, kurzer Signalweg wird dadurch erreicht, was sich in niedrigerem Rauschen und vor allem in direkter Ansprache bemerkbar macht. Kein unnötiges „Nadelöhr“, das das Signal unnötig runterdrückt und gleich wieder hoch holt.

Seriell oder parallel
-per Kippschalter bei allen Schröter Amplification Modellen wählbar
Soll nur ein Delay oder nur ein Reverb Effekt benutzt werden empfiehlt es sich, dieses parallel einzuschleifen, weil so der Signalweg im Amp unverändert bleiben kann, im Gegensatz zur seriellen Einschleifvariante.
Diese ist aber nötig für Modulationseffekte, wie Phaser, Flanger, Chorus, etc. Sie funktionieren nicht im parallelen Effektweg, weil sie ein internes Direktsignal benötigen und es zusammen mit dem Effekt ausgeben. Das ist dann ein Direktsignal zuviel, wodurch der Effekt nur schlecht hörbar ist und außerdem Phasenverschiebungen (hohler Sound) entstehen können. Modulationseffekte müssen seriell eingeschleift werden!
Auch wenn ein Delay und ein Reverb hintereinander gleichzeitig laufen sollen, funktioniert nur die serielle Einschleifvariante. Parallel funktioniert nur, wenn ein zusätzliches Gerät dafür sorgt, dass beide Effektgeräte auch zueinander parallel laufen, jedes also das Sendsignal bekommt und auch jedes sein Ausgangssignal in die Returnbuchse geben kann. Das ist mit einem Mixer möglich oder mit dem demnächst erhältlichen Schröter Amplification „FX Splitter“.
Der serielle Effektweg macht es auch möglich, mit einem eingeschleiften Schröter Volume Roadie, ebenfalls demnächst erhältlich, per Fußtritt zwischen einer Rhythmus und einer Sololautstärke zu wechseln.
Oder, würde der Volume Roadie z.B. zusammen mit einem Reverb im parallelen Einschleifweg hängen, könnte man damit zwei Reverb Lautstärken schalten.
Humbalance Poti
Röhren  haben eine Heizung (ähnlich einer Glühwendel in einer Glühbirne), die  ihre Kathode durch die Hitze dazu bringt, Elektronen frei zu setzen. Da  der Heizstrom mit mehreren Ampere relativ hoch ist, verzichtet man auch in modernen Zeiten gerne auf  eine Gleichrichtung, weil die Bauteile dafür sehr stark belastet werden, insbesondere den Elkos, die gerne mal vorzeitig ausfallen. Eine häufige Ausfallursache des Amps und deshalb nimmt dazu lieber die Wechselspannung direkt vom  Netztrafo. Die Wechselspannung verursacht aber leider ein 50/60 Hertz  Brummen, weil sie sich von der Heizung auf die Kathode überträgt.  Außerdem übertragen sich dabei auch noch andere Störgeräusche, die die  Heizleitungen oder Heizwicklung des Netztrafos aufnehmen. Damit das nun  funktioniert - ohne lautes Brummen - ist die Heizung symmetrisch  ausgeführt. Durch diesen Symmetrie Trick heben sich das 50/60Hz Brummen  und aufgefangene Störgeräusche auf, weil sie gleichzeitig jeweils  negativ und positiv auftreten. Damit sich die Geräusche aber so gut wie  möglich auslöschen können, muss gewährleistet sein, dass die negativen  und positiven Anteile möglichst genau gleich groß sind. Mit dem  Humbalance Poti lassen sich also diese Anteile optimal "gegeneinander  ausspielen".
Wichtig!
Mit dem Humbalance Poti lassen sich keine Brummschleifen  oder sonstige eventuell entstehende Nebengeräusche, die beim Verbinden mit  externen Geräten (Effektgeräte, Switcher, etc.) auftreten, bekämpfen! Deshalb  sollte zum Einstellen - rein um Fehler zu vermeiden - ausser einer  Lautsprecher Box nichts am Amp angeschlossen sein.
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